Aserbeidschan gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten der Menschheit

 

Vortrag im Bad Camberger katholischen Pfarrheim

 

Bad Camberg. Über Aserbeidschan. ein Land der Kontraste zwischen Europa und Asien berichtete der Schriftsteller und Journalist Vougar Aslanov, der mit seiner Familie in Bad Camberg lebt, vor Gästen aus Aserbeidschan. der Türkei und Deutschland . Seine Frau Irina Aslanova, ist Mode-Designerin. Sie hatte zu diesem Abend Fotos und Beispiele von Kleidern mitgebracht, die sie selbst entworfen und genäht hat. Zu der Veranstaltung hatten die ökumenische Basisgruppe "action 365" und die Initiative für Mitmenschlichkeit und Demokratie anlässlich der Woche der ausländi­schen Mitbürger eingeladen. Neue internationale und interkulturelle Kontakte wurden geknüpft und angeregt, dass in Zukunft auch andere ausländische Mitbürger über ihre Heimat informieren.

 

Aserbeidschan gehört, wie Vougar Aslanov berichtete, zu den Ländern der  ehemaligen Sowjetunion und heutigen Gemeinschaft der Unabhängiger Staaten(GUS). Es liegt an den alten Karawanenstraßen vom Kaspischen Meer nach Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris. Als eines der ältesten menschlichen Siedlungsgebiet ­schon im dritten Jahrtausend vor Christus existierte dort ein eigener Staat - blickt es auf eine reiche kulturelle Geschichte zurück. In Aserbeidschan wurde die Spur der ältesten Erdkultur gefunden. Die Einwohner des Landes kamen im Laufe der Geschichte mit vielerlei Menschen und Gewohnheiten in Berührung. Ihre Sprache ist ein Gemisch vieler alter und neuer Sprache. Diese Verschmelzung kennzeichnet nicht nur die Sprache, sondern auch das Volk selbst. Bis heute lebten in Aserbeidschan Menschen verschiedener Weltanschauungen friedlich mit­einander, erzählte Aslanov. Einige Gelehrte hielten das alte Aserbeid­schan für die Heimat Zarathustras. Neben dem Zarathustrais­mus habe es lange den Feuerkult gegeben. Im dritten Jahrhundert nach Christi Geburt habe sich der Manichäismus ausgebreitet, der Elemente des Zarathustraismus, des Christentums und des Buddhismus zu verbinden suche. Schon im ersten Jahrhundert seien die ersten christlichen Gotteshäuser in Aserbeidschan errichtet worden. Im vierten Jahrhundert habe vor allem Grigorius das Christentum stark verbreite. Noch heute heiße die in Aserbeidschan und Armenien begründete Kirche Gregorianische Kirche. Später hätten Nomadenvölker das Judentum, Araber den Islam. Flüchtlinge aus Russland den russisch-orthodoxen und im 19. Jahrhundert deutsche Einwanderer den lutherischen Glauben nach Aserbaid­schan gebracht. Jetzt stünden in Aserbeidschan alte gregorianische, russisch-orthodoxe und deutsch - evangelische Gotteshäuser. Aber durch den kommunistischen Ein­fluss seien 90 Prozent der rund sechs Millionen Einwohner Atheisten. Aserbeidschan, seit 1991 selbständig, wolle eine gute Partnerschatt mit den europäischen ­Ländern. Die wirtschaftliche Situation sei sehr schlecht.

 

 

 

„Nassauische Neue Presse“, 9 Oktober 2001